1. Spieltag 2008/2009 in Weilimdorf

Svens Spieltagrückblick

Am vergangenen Samstag zog die 4. Mannschaft zum ersten Mal los, ihr Können unter Beweis zu stellen. Obwohl es für Zuspielerin Bianca in Anlehnung an einen wunderbaren Film „Schlaflos in Weilimdorf“ hieß, begann der Tag verheißungsvoll.

Im Auftaktspiel gegen die Daimler-Recken der SG Stern, die aufgrund einer Doppelbuchung zwar rechtzeitig, aber dennoch wirkungslos Einspruch gegen den Spieltagstermin eingelegt hatten, standen sechs hoch motivierte Sternchen auf dem Feld. Die vehementen Versuche des großen, rothaarigen Jungen, seine albatrossartige Schlagtechnik in Punkte umzuwandeln, landeten ein ums andere Mal in einer Kaimauer namens Sven, der an diesem Tag zu seiner eigenen Überraschung vom Lobbgott zum Blockgott mutierte (zumindest zweimal). Auch der zweite Hauptangreifer, der bevorzugt aus dem Rückraum prügelte, hatte gegen Marian-mit-der-immer-schneller-und-weiter-nach hinten-fliehenden-Stirn keine Chance. Block um Block wandelte sich die menschliche Ausführung der M-Klasse zu einem Smart und unser Marian strahlte zu Recht von einem Haaransatz zum anderen. Laut eigenen Angaben ließ er sich sein Haupthaar nicht von Henry stutzen*, sondern von Anja.

Lange Rede kurzer Sinn: 2:0, gutes Spiel, Pause.

Zweites Spiel. Wie jedes Jahr gab es natürlich auch in diesem zwei Aufsteiger aus der B-Liga. Bei der TSG Tübingen hatte man zuvor vermutet, dass sie all ihre Verbindungen nutzen würden, um mit einer schlag- und schmisskräftigen Truppe den Herausforderungen der A-Liga entgegenzutreten. Der im 6./7. Jahrhundert von den Alemannen besiedelte Ort - im Jahr 1078 erstmals schriftlich erwähnt – erwarb in der Mitte des 12. Jahrhunderts übrigens unter den Pfalzgrafen von Tübingen die Stadtrechte und Horst-Hubert Schneider nähte etwa zu dieser Zeit in einer kleinen Kornkammer neben dem Hölderlinturm aus gegerbtem Wildschweinleder den ersten Volleyball.

Genug Geschichte.

Teilweise spielte Tübingen durchaus mit - mit einem kontinuierlich wachsenden Entsetzen und der damit verbundenen Erkenntnis, dass die Liga kein Zuckerschlecken werden würde. Berkheims unausgesprochenes Saisonziel, sich immer dem gegnerischen Spielniveau anzupassen, ging voll auf. 2:0, aber bitte nicht nach Details fragen. Na gut, eines vielleicht. Mittelmonster Svenne „Bartbartrossa“ Bergmann gab Anlass, einen neuen Spruch zu generieren: Aus dem allseits bekannten und beliebten „Da ist ein Loch, *klatschklatsch*, da passt ein Bus rein“ (Danke Chris!) wird jetzt neu: „Da ist ein Block *klatschklatsch*, da muss ein Loch rein.“ Unser Jungspund wirkte zu dieser Zeit sehr männlich, nicht nur im Gesicht, sondern auch auf dem Feld. Wie gesagt, zu dieser Zeit. Dazu später mehr.

Mahlzeit!

Am Nachmittag lieferten die zweiten Aufsteiger aus Rohr ein ganzes Füllhorn an Steilvorlagen für sarkastische Formulierungen. Beginnen wir mit der einfachsten:

Den Rohrer „Mosquitos“ gelang es den ganzen Tag nicht, ihren Stachel in auch nur einen einzigen Hautfetzen zu stecken *Brüller*. Vermutlich aus Marketinggründen spielten sie, als ob der Hauptsponsor „Gipser König“ für jeden eine Gratisportion Spezialgips, Marke „Ganzkörpersteif“ verschenkte, die die Armen auch noch sofort anwendeten *lachträneausdemaugewisch*. Noch besser: Auch der zweite Sponsor machte seinem Namen leider alle Ehre, denn die hoch motivierten Rohrer verwandelten sich im Laufe des Tages eher in (Sport) Röhrle *muhaaahaaaa*.

Genug gealbert!

Sie konnten einem schon leid tun, denn nach eigenen Aussagen nahmen zwei wichtige Angreifer kurz nach dem Aufstieg ihren Ball, äh, Hut und verließen die Mannschaft. Wir drücken ihnen an dieser Stelle die Daumen, dass sich aus personeller Sicht etwas ändert, denn sonst wird die Saison ein Direktschuss zurück in die B-Liga.

Ach ja, Berkheim gewann 2:0 aber auch hier bitte nicht nachfragen wie.

Etwa zu dieser Zeit wurde dem VFB Stuttgart klar, dass Köln heute irgendwie besser kickt *schniff*, in China fiel wieder einmal ein Sack Reis um, in Lampukistan feierten die Warlords ein rauschendes Friedensfest und Berkheim wollte mal wieder Willy Volley windelweich wumsen.

Im ersten Satz gelang das auch ganz gut. Konzentration und Können, Aufschlag und Annahme, Kombination und Kalkulation, Willen und Wahn, Siegfried und Roy (nimmt mir jetzt endlich mal einer die Tastatur weg?) sorgten für einen Satzgewinn.

Doch dann kam alles anders. Weilimdorf beschloss, den Martinstag ein wenig vorzuziehen und geehrt durch diese Maßnahme entwickelte sich der Hauptangreifer der Willys zur One-Man-Show. Berkheims Bartbartrossa Svenne forcierte, vermutlich bedingt durch einen Überschuss an weiblichen Hormonen, den pirouettenartig eingesprungenen Einhandblock und der zweite Satz war kurze Zeit später nicht nur deshalb futsch. Im entscheidenden dritten Satz wollten Willys Wolleballer Weilimdorf ganz nach oben in die noch frische Tabelle schießen. Lange Zeit führten sie und die Stimmung auf der Berkheimer Feldseite glich einem Gipfeltreffen zwischen chinesischen Polizisten und Tibetbewohnern. Als sich beim Stand von 13:17 Trainer Henrik einwechselte, um seine acht Punkte an diesem Tag zu spielen (es waren eigentlich zehn (Anm.d. Verfassers)), nahm das Wunder seinen Lauf. Berkheim siegte mit 25:23. Langsam aber sicher könnte man den Begriff „Angstgegner“ einführen.

So, ich gehe jetzt wieder zurück in meine Gummiwandzelle und wünsche allen einen schönen November.

*Ach ja, wer sich immer noch fragt, was der Gag mit Marians von Henry gestutzten Haaren denn sollte: Guckst du: http://de.wikipedia.org/wiki/Henry-Rifle.

Euer Sven

daywalker2709 am 7.11.08 11:48

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