Aura

Es ist ein Dienstag. Kein besonderer, nein, eher ein gewöhnlicher Dienstag der verlief wie so viele vor ihm. Gedankenversunken betrete ich die Wohnung und spüre schon ihre Aura. Es ist eine Art magische Anziehungskraft, die von ihr ausgeht, und es fällt schwer, dieser zu widerstehen. So viele Dinge sind zu tun. Kochen, essen, ein wenig aufräumen und doch scheint alles komplett nebensächlich zu werden, wenn ich vor ihr stehe.

Zugegeben, sie ist ein wenig außergewöhnlich um nicht zu sagen extravagant, aber ich liebe sie auch nach über drei Jahren noch wie am ersten Tag. Selbstsicher steht sie vor mir. Sie hat diesen wissenden Blick, der mich den ganzen Stress des Tages schnell vergessen lässt. Ich spüre, wie ich zu lächeln beginne. Alle Sorgen fallen von mir ab, als ich sie zärtlich streichle. Weich und warm liegt sie da, scheint zu rufen, ich solle mich auf sie legen, die Augen schließen und einfach nur genießen.

Es ist fast unmöglich dem Rufen nicht zu folgen. Ich ziehe meine Jacke aus und hänge sie an die Garderobe. Während ich meine Schuhe in den Schuhschrank stelle überlege ich, wie lange ich ihr heute Stand halten kann. Es gibt Wichtigeres, versucht mein Verstand mir einzureden, aber insgeheim habe ich mich schon entschieden. Kochen, essen, aufräumen fällt heute aus. Ich werde gleich zu ihr gehen, werde sie drücken und mich ihrer mondänen Ausstrahlung hingeben. Wieder einmal muss ich zugeben, dass ich ihr verfallen bin. Sie kennt meine Wünsche, weiß was ich brauche und es ist zwecklos, ihr entkommen zu wollen.

Ich erinnere mich noch, wie ich sie damals gesehen habe. Es war in einem Möbelhaus. Plötzlich stand sie vor mir. Ich hatte noch nie so etwas Schönes gesehen. Die Chemie stimmte von Anfang an und wir wussten nach dem ersten Blick, dass wir für immer zusammen gehören würden. Tagelang musste ich an sie denken, konnte nicht mehr schlafen, nicht mehr essen. Es war ein Samstag, als sie dann endlich kam. Seitdem sind wir unzertrennlich. Sie hört mir zu, wenn ich Sorgen habe, freut sich mit mir, wenn es mir gut geht und beschützt mich, wenn ich Angst habe. Es ist perfekt. Die Harmonie zwischen uns ist einzigartig.

Langsam lege ich mich auf sie, weich und warm umschließt sie mich. Ich nehme die Decke und hülle uns beide ein. Nichts kann uns jetzt mehr abhalten von einem wundervollen Abend.

Meine Freunde finden uns seltsam. Sie sagen, dass so etwas nicht sein kann, dass ich nicht normal bin. Sie lachen, wenn ich von uns erzähle, wenn ich mit glasigen Augen von meiner Sehnsucht nach ihr berichte, wenn mir jede Party egal ist, weil ich zurück will zu ihr. Sie halten mich für verrückt, aber ich bin nicht verrückt. Ich bin völlig normal und ich lasse es nicht zu, dass jemand einen Keil zwischen uns treibt, niemals. Sollen die doch reden, diese ahnungslosen Besserwisser. Gefühllose Barbaren ohne Liebe, ohne Zukunft. Oh, ja, sollen sie doch ihr emotionsloses Dasein fristen und mich in Ruhe lassen. Ich brauche niemanden außer ihr:

Meine blaue Couch.

daywalker2709 am 7.11.06 13:03

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Frechkerl (7.11.06 14:47)
Hihi ich lach mich schlapp. *tränenindenAugenhab* Und ich dachte, mensch kann der eine schicke Liebesgeschichte für seine Bibi schreiben. Unglaublich aber genial. Hihi super.


scarred79 / Website (7.11.06 16:28)
grins - bin per blogliste hier gelandet und aiaiai, hab mich grade schlappgelacht bei dieser geschichte super geschrieben!

liebe grüsse

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