Bruderliebe

Bruderliebe 

  

„Warum weinst du denn?“

Cirris ging langsam auf seinen Bruder zu, der vor einem großen Monitor saß, an dessen unterem Ende zahlreiche kleine Lämpchen rot blinkten.

„Schau’ es dir doch einfach an!“ Demion rieb sich die Augen und drehte sich zu seinem Bruder um.

„Ach das meinst du? Aber das war doch klar, oder?“

„Nein, war es nicht. Wir haben so viel investiert und jetzt war alles umsonst. Das geht doch nicht. Warum passiert immer mir so etwas?“

Cirris legte seine Hand auf Demions Schulter und drückte sie sanft.

„Hey, kleiner Bruder. Dich trifft keine Schuld. Du hast alles versucht.“

„Ach lass mich in Ruhe. Ich habe versagt. Wir haben versagt!“ Er wischte Cirris’ Hand von seiner Schulter und drehte sich zurück zum Monitor, auf dem eine bläulich schimmernde Kugel zu sehen war. Demion schlug mit beiden Fäusten auf den Tisch und ließ sich in seinen Stuhl fallen. „Ich muss mir etwas überlegen. Irgendwas!“ Er zog die Tastatur zu sich und begann zu tippen.

„Demion, bitte! Das Projekt ist gescheitert. Du…“

„Nein, verdammt!“ Seine Finger flogen schneller über die Tastatur. Eines der roten Lämpchen leuchtete plötzlich grün.

„Siehst du? Ich krieg das hin. Lass mir noch ein wenig Zeit.“

„Es sind zu viele Unbekannte in deiner Gleichung. Du kannst nicht alle berücksichtigen. Sieh mal.“ Cirris setzte sich neben seinen Bruder und nahm ihm die Tastatur aus der Hand. „Dass du immer noch mit diesem altmodischen Ding arbeitest.“ Er setzte sich einen Metallbügel auf den Kopf an dessen Ende ein kleiner Punkt dunkelblau pulsierte. Die Kugel auf dem Bildschirm begann sich zu drehen und wurde größer. Gelbe und grüne Flecken erschienen, wurden größer und detaillierter. Kleine blaue Linien durchzogen die gelben Flächen.

„Schau mal hier: Das Thermoproblem. Das kriegst du nicht in den Griff. Die Kohlenstoffeinheiten kommen mit der enormen Hitze nicht klar. Sie kommen über den Status einer humanoiden Minimalkonfiguration nicht hinaus. Da reicht ein einzelner Funke und der präfrontale Cortex dreht ab. Hier schau, die ganze Gegend ist ein einziger Krieg.“ Cirris deutete mit dem Finger auf einen großen, gelben Fleck. „OK, deine Propheten-Idee ist wohl auch nicht ganz unschuldig daran, aber anderen hast du auch eine, wie nennst du das? Religion? Egal, so etwas halt, gegeben. Die sind lange nicht so schlimm geworden.“

„Aber ich kann die Temperatur drosseln, vielleicht mir Wasser…“

„Ja, toll, dann kommt so was raus wie bei deinem letzten Versuch, als du diese Flutwelle ausgelöst hast. Aber selbst wenn, schau mal hier.“

Wieder drehte sich die Kugel und zeigte andere Flecken. Bräunlich umrandet mit tausenden von kleinen, gelben Punkten dazwischen.

„Hier hast du das Thermoproblem im Griff. Trotzdem sind die Kohlenstoffeinheiten hier nicht viel weiter entwickelt. Sie halten zwar etwas länger, aber der Verschleiß ist trotzdem beträchtlich. Außerdem vernichten sie deine ganze Vegetation, die du für die Klimastabilität vorgesehen hattest.

Demion schlug sich mit der Faust an den Kopf. „Nein, nein, die sind gut. Wir müssen ihnen nur eine Aufgabe geben. Für alle. Eine Aufgabe, die ihnen wichtiger ist, als alles andere.“

„Aha. Was denn? Schau mal, du hast sie so konstruiert, dass sie arbeiten, Geld verdienen, Freizeit haben, Sport treiben, alles prima. Aber die Dinger haben in sich einen Konstruktionsfehler. Sie wollen immer mehr. Die Parameter Macht, Geld und Sex hast du nie in den Griff bekommen. OK, ein paar wenige haben etwas kapiert, aber die Alpha-Tierchen nicht.“

Wieder legte Cirris seine Hand auf Demions Schulter.

Demions Anspannung ließ nach. Er seufzte. Langsam erkannte er, dass sein Terraforming-Projekt gescheitert war. Er vergrub seine Finger in den Haaren.

„Ich werde den Abschluss nie bekommen.“ Seine Stimme klang resigniert und leise.

„Am Anfang war alles so schön einfach“, fuhr er fort. „Weißt du noch, diese Riesenlebewesen mit ihrer grazilen Art, sich zu bewegen. Das hat Millionen Zeiteinheiten funktioniert und es hat sich selbst geregelt.“

„Schon, trotzdem wolltest du etwas Neues versuchen, besser werden, mächtiger?!“

„Wie meinst du das?“

„Deine Kohlenstoffeinheiten sind wie du. Du kannst nicht genug bekommen. Du arbeitest viel zu hart um mehr Erfolg vor dem Siriusrat zu haben. So wie deine Geschöpfe. Es sind Kopien von dir.“

„Aber…“

„Nix aber. Du hast den Riesenkomenten damals einschlagen lassen um neu anzufangen, oder? Es war dir nicht genug, dass ein paar Riesenechsen durch die Gegend kriechen, nachdem sie irgendwann mal aus dem Wasser gekrabbelt waren.“

„Cirris, du bist sehr gemein zu mir. Das habe ich nicht verdient. Ich möchte doch nur so gut werden wie du.“

Demion stand auf und umarmte seinen Bruder. „Aber du hast Recht. Ich sollte wohl loslassen.“ Er beobachtete die Kugel auf dem Bildschirm.

„Es tut mir leid, ich will nicht gemein sein, aber manchmal verrennst du dich einfach in deiner Arbeit. Komm schon, lass und ein wenig aufs Respirationsdeck gehen.“

Demion hatte eine Idee.

„Alles klar. Lass mich noch kurz meine Sachen packen. Ich komme gleich nach.“

„Gut, dann sehen wir uns gleich.“

„Cirris?“

„Ja?“

„Danke. Bist ein toller Bruder.“

„Schon ok. Bis gleich.“

Cirris verließ das Labor und Demion nahm die Tastatur. Jetzt hatte er ein Ziel. Sein Bruder hatte ihm geholfen. Ein toller Kerl.

Die blaue Kugel verschwand auf dem Bildschirm und ein unförmiger, dunkelgrauer Haufen Materie erschien. Demion tippte ein paar Werte ein. Der Materiehaufen drehte sich und wurde größer.

„Jetzt noch die Richtung und fertig“ Demion grinste.

„Dass mir das nicht früher eingefallen ist.“

Wieder tippte er ein paar Werte ein. Auf dem Bildschirm blinkte in roter Schrift das Wort KOLLISIONSKURS.

Wieder tippen. 24.12.2009, geplanter Einschlagtermin.

Demion lächelte.

„Da sind sie alle immer so schon friedlich.“

Er wusste, was er anders machen musste. Nur noch ein Neuanfang, dann würde er es schaffen.

Demion schaltete den Monitor aus und ging.

1 Kommentar daywalker2709 am 6.3.09 13:05, kommentieren

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Labyrinth der Ängste

Labyrinth der Ängste

Es ist viertel vor sechs als ich den Supermarkt betrete. Vorne im Einkaufswagen sitzt mein kleiner Sohn, 18 Monate alt. Früher hasste ich diesen Supermarkt, der seinen Namen im Laufe der Jahre häufiger geändert hatte, als die verwitterte Fassade des Gebäudes neu gestrichen wurde. Ich hatte es noch nicht unter Kontrolle. All die Stimmen, die Ängste und die Ignoranz die durch die engen Gänge krochen.

Heute komme ich täglich.

Gleich am Eingang steht der Flaschenschlucker, der Herrn Schott ersetzt hat. Ein Wunderwerk der Technik. Er dreht die eingelegten Flaschen einmal um die eigene Achse, leuchtet kurz giftgrün. Dann verschlingt er das Leergut oder spuckt es wieder aus, genauso wie den bedruckten Zettel, der als Quittung für alle Pfandflaschen herauskommt, die er mochte. Herr Schott ist tot. Ich mochte ihn.

Damals hatte es angefangen.

Herr Schott hatte sich auch um die Auslage des Gemüsefachs gekümmert, das viel kleiner war und ohne Spiegel, die den Kunden ein doppelt so großes Angebot vorgaukeln soll. Im Vorbeischieben sehe ich Frau Schmutzke wie sie Tomaten drückt, um die Frische zu testen. So wie die anderen vor ihr. Schließlich nimmt sie drei Stück, die sie noch nicht gedrückt hatte und scheinbar auch kein Anderer.

Ich bleibe kurz stehen und rieche Supermarkt. Leicht süßlich ist die Mischung aus Obst, Gemüse und den olfaktorischen Resten eines Gurkenglasinhaltes und einer Stiege Naturjoghurt, die vor einiger Zeit zu Bruch gingen und nur notdürftig aufgewischt wurden. Keine Zeit. Mein Blick schweift am Kühlregal vorbei zu dem kleinen Eck mit frisch Aufgebackenem. Es riecht auch nach Angst. Oder sind es die Stimmen, die ich höre, die ungesprochenen Worte und Gedanken, die Angst verströmen?

Ich bleibe beim Käseregal stehen und sehe Herrn Zeilinger. In seinen Händen hält er zwei Packungen Streichkäse. Auf der einen steht die Antwort zu seiner Überlegung, ob er diesen Käse kaufen soll in blauen Buchstaben mit einem Ausrufezeichen am Ende. Ich konzentriere mich und reduziere den Geräuschehaufen auf seine Gedanken.

Wenn Hilde stirbt, bin ich ganz alleine. Ich will nicht, dass sie stirbt. Ich werde ihr den teuren Käse mitbringen. Arme Hilde.

„Guten Abend Herr Zeilinger. Das ist aber ein leckerer Käse, den Sie da ausgesucht haben.“

„Wie? Ach, hallo Herr…“

Sein blickt wandert zu meinem Sohn, der ihn anlächelt.
Er lächelt ebenfalls und mein Kleiner quietscht vergnügt. Ich spüre, wie die Anspannung von Herrn Zeilinger abfällt. Wie jedes Mal, wenn mein Sohn einen Menschen anlächelt.

Ach, würde er doch noch leben.

Ich weiß immer noch nicht, warum ich jeden Tag hierher kommen muss, warum ich all diese Leute treffen muss, die so voller Hass und Wut sind, während sie mit gesenktem Blick durch die Gänge streifen, hektisch ihre Einkäufe zusammenraffen und mit neidischem Blick in den Einkaufswagen derer gieren, die sich eine teure Flasche Wein gönnen. Ich weiß nicht, warum sich die Menschen in einem Supermarkt nicht in die Augen schauen, sich grüßen oder sogar miteinander plaudern. Sie alle leben und als ob das nicht schon genug wäre, haben sie Geld zum Einkaufen, eine Wohnung, eine Familie. Warum sind die Menschen so böse geworden?

Als ich vor zwei Jahren meine Fähigkeiten entdeckt hatte, wurde ich krank. Ich hatte Kopfschmerzen, schlimme Kopfschmerzen. Kein Arzt konnte mir helfen. Man schob mich in Röhren, steckte mir Elektroden an den Schädel. Ohne Ergebnis. Ich sei gesund und solle doch mal zu einem Psychotherapeuten hieß es, während ich die Rechnung über Privatleistungen überreicht bekam.

Ich gehe weiter zum Drogerieregal. Zwei Frauen streiten sich über die letzte Packung eines Vollwaschmittels.

„Wussten Sie, dass in dieser Packung genau das gleiche Waschmittel ist, wie in dieser?“ Ich reiche ihr die Packung. Mein Kleiner lächelt.

„Nein! Wer, ich meine woher…?“ Sie sieht in die Augen meines Sohnes und lächelt. Auch die andere Frau lächelt.

„So ein Süßer.“ sagen sie unisono.

Auch die Psychotherapeuten konnten mir nicht helfen. Ich ging viel Spazieren in dieser Zeit. Es war still, wunderbar still, wenn ich im Wald war. Nur das Blätterrauschen war zu hören. Nach und nach entdeckte ich, dass es Gedanken waren, die ich empfing. Ich hörte zuerst die Gedanken eines Försters auf einem Hochsitz. Klar und deutlich. Je mehr Menschen um mich waren, desto schlimmer wurde es. Mein Hirn konnte den Geräuschhaufen nicht verarbeiten. Langsam lernte ich, damit umzugehen. Ich erkannte die Gabe und wollte sie nutzen, um zu helfen. Nach ein paar Wochen konnte ich meine Konzentration auf einzelne Personen richten. Ich habe niemandem davon erzählt. Nur mein Sohn schien etwas zu ahnen.

An der Kasse stehen viele Leute an. Ich spüre, wie sich Ungeduld und Wut ausbreiten.

Kann der mich nicht vorlassen. Ich hab’ doch nur so wenig.
Mann, der kann man ja beim Arbeiten die Schuhe doppeln.
Ich schmeiß' jetzt gleich den ganzen Einkauf hin und geh.

Ich gehe an der Schlange vorbei und drücke den Klingelknopf. Nach wenigen Augenblicken kommt eine Angestellte und öffnet eine weitere Kasse. Mein Kleiner lächelt. Die Spannung löst sich. Die Menschen nicken mir zu und lächeln meinen Sohn an. Ist es wirklich so einfach?

Jeden Morgen, wenn ich die Augen öffne, stehe ich mit meinem Einkaufswagen vor diesem Supermarkt. Im Wagen sitzt mein Sohn und lächelt mich an. So wie damals, als wir im Stau standen, kurz bevor der Sattelschlepper in das Stauende und damit in unser Auto raste und es auf einen halben Meter Länge zusammenschob. Wie gerne hätte ich miterlebt, wie er groß wird, wie wir gemeinsam über eine Wiese laufen und Fußball spielen.

Ich frage mich schon lange nicht mehr, warum sie uns sehen können, warum keiner merkt, dass wir den Supermarkt nie verlassen. Vor genau einem Jahr ist der Unfall passiert und ich frage mich außerdem, wie lange wir hier gefangen sein werden. Sind wir überhaupt gefangen? Sind wir nicht vielmehr abbeordert von einer höheren Macht, hier zu sein, zu helfen, was ich immer wollte. Menschen helfen, ein kleines bisschen Glück in ihr Leben zurück zu bringen und wenn es nur durch das Lächeln eines Kindes ist, hier in diesem Supermarkt?

Irgendetwas ist anders heute.

Hinten, im Getränkelager.

Da ist ein Licht.

Da gehen wir jetzt hin.

 

1 Kommentar daywalker2709 am 10.2.09 15:50, kommentieren

Berkheimer Mixed-Volleyballer erfolgreich

Am vergangenen Sonntag startete die 1. Mannschaft in die neue Saison. Nach einer herzlich resoluten Begrüßung durch die neue Staffelleiterin des Aufsteigers war schnell klar, dass Waiblingen nicht nur spielerisch für neuen Wind in der A-Liga sorgen wollte.

Zuerst musste Berkheim aber gegen Zaisersweiher zeigen, ob die Saisonvorbereitung gleich zu Beginn Früchte tragen würde. Beide Mannschaften begannen sehr ehrgeizig und konzentriert. Nach einer anfänglich ausgeglichenen Phase konnte Berkheim einige lange Ballwechsel für sich entscheiden und gewannen den ersten Satz. Auch im zweiten starteten sie zunächst sehr stabil, nahmen sich dann aber leistungsmäßig gesehen eine Auszeit. Zaisersweiher nutzte dies und ging knapp in Führung. Erst zum Satzende wurden die Berkheimer vor allem im Blockspiel wieder stärker und konnten den Satz doch noch zum 2:0 Endstand für sich entscheiden.

Mit dem VfL Waiblingen stand im zweiten Spiel einer der beiden A-Liga Neulinge gegenüber. Der VfL war mit 32:0 Sätzen aufgestiegen und dementsprechend war die Erwartungshaltung auf beiden Seiten hoch. Allerdings mussten die Waiblinger schnell feststellen, dass es in der A-Liga nicht auf die bessere Schlagkraft ankommt, sondern auf ein eingespieltes Team, das wenig Fehler macht. Das 2:0 für Berkheim könnte somit als Lehrstunde gewertet werden, auf die im Laufe des Tages noch drei weitere folgen sollten.

Am Nachmittag hieß der erste Gegner SG Stern Stuttgart, ebenfalls ein hoch gelobter Aufsteiger aus der B-Liga, die sich personell verstärkt hatten. Berkheim ließ im ersten Satz jedoch keinen Zweifel aufkommen, dass sie auch dieser Herausforderung gewachsen waren. Sie gewannen relativ deutlich. Konzentrationsschwächen bedingt durch konditionelle Probleme führten allerdings zu einem vorübergehenden Einbruch auf Berkheimer Seite, der den Satzgewinn für SG Stern Stuttgart bedeutete. Im hart umkämpften dritten Satz gelang es dann aber doch das Spiel wieder zu drehen. Sie gewannen mit 2:1.

Das kräftezehrende Spiel gegen Stuttgart war die Ursache für eine ungewöhnlich deutliche Niederlage gegen Weilimdorf im vierten Spiel. Die Berkheimer hatten dem schnellen und druckvollen Angriffsspiel der Weilimdorfer zu keiner Zeit etwas entgegenzusetzen. Zwar gelang es immer wieder den Rückstand zu verkürzen, aber ein ähnliches Aufbäumen wie beim voran gegangenen Spiel war nicht mehr möglich.

Trotz allem ein gelungener Start in die neue Saison und mit Platz drei eine gute Ausgangsbasis für die weiteren Spieltage.

Für Berkheim 1 spielten: Bianca Kaluza, Sybille Draser, Ulrike Wursthorn, Marian Uhlig, Christoph Walz, Henrik Obst (Trainer), Marcus Gassmann, Sven Kaluza.

Auch die zweite Berkheimer Mannschaft konnte an diesem Sonntag mit 6:2 Punkten drei Siege auf ihrem Konto verbuchen. Vor allem der Überraschungssieg gegen Fellbach half mit, auf den dritten Tabellenplatz der B-Liga zu klettern.

1 Kommentar daywalker2709 am 12.1.09 09:06, kommentieren

Nur einen Kuss (inspired by "Die Ärzte")

Monatelang hatte er auf diesen Moment gewartet, war durchs Land gezogen, getrieben von einem einzigen Wunsch.

Georg saß an der Theke neben einem Schönling, dessen blonde Haare im schummerigen Kneipenlicht pomadig glänzten. Sein Gesicht war kantig und makellos.

„Warum dürft ihr denn hier drin rauchen?“

Der Schönling drehte sich zu Georg um. „Wie bitte?“

„Na, ich meine wegen dem Rauchverbot?“

„Ach so. Wir sind hier in einem Raucherclub, eine bayerische Erfindung, um dieses dämliche Antirauchergesetz zu umgehen.“

„Praktisch“, antwortete Georg. Der Fremde hatte angebissen und wirkte sogar sehr sympathisch. „Ist schon schlimm, diese dauernde staatliche Maßregelung.“

„Huber, Christian Huber“, stellte sich der Schönling vor und streckte Georg die Hand hin.
„Ich bin der Georg“. Seinen Vornamen durfte er ruhig wissen.

Der Schönling steckte sich eine Mentholzigarette in den Mund. Dann zog er ein Zippo-Feuerzeug aus der Hosentasche. Georg beobachtete, wie er es kurz in der Hand hin und her schwenkte und kurz darauf eine breite Flamme aufloderte.

„Auch eine?“ Der Schönling schnippte den geöffneten Deckel des Feuerzeugs wieder zu.
-Zing-
„Ja, aber ich rauche lieber meine eigenen“. Georg nahm eine Zigarette aus seiner Schachtel. Rauchen war seine einzige Freude seit dem schrecklichen Unglück vor sechs Monaten.
„Ein Bier?“ Der Schönling war auch noch spendabel. Georg nickte.
„Kommt bestimmt gut bei den Frauen an, der Trick mit dem Feuerzeug meine ich.“
-Schnipp-
Georg zog an der Zigarette. Sie schmeckte nach Feuerzeugbenzin.
„Ja, die Mädels stehen auf so was.“
-Zing-
„Alleine hier?“, fragte der Schönling.

„Auf der Durchreise sozusagen. Morgen geht es aber nach Hause.“ Georg grinste und spürte, wie sich seine Anspannung lockerte.

„Und selbst?“

„Ich bin auch alleine hier – noch“, antwortete der Schönling und zwinkerte mit dem rechten Auge.

„Schau mal da drüben“. Georg drehte sich nach rechts und sah am Ende des Tresens eine junge Frau sitzen, brünett, attraktiv, vielleicht Mitte Zwanzig. Etwa wie Vanessa damals.

-Schnipp-Zing-. Wieder das Zippo.

„Die wär’ doch was, oder?“

„Schon, ja“. Georg spürte, wie seine Sicherheit schwand. Wenn eine Frau ins Spiel käme, wäre das nicht gut. Zumal er mit Frauen ohnehin nicht so gut konnte. Nur mit Vanessa, seiner Vanessa, die er über alles geliebt hatte und schweren Herzens vermisste.

„Willst `nen Schnaps?“ Georg musste ihn ablenken.

„Gerne. Willi?“

Georg bestellte zwei Williams.

Ein paar Minuten später prosteten sie sich zu und unterhielten sich weiter, über Freiheit und Fußball. Aus dem einen Schnaps wurden fünf und auch die Biergläser füllten sich ein ums andere Mal. Neben der Nüchternheit verschwand auch die Brünette nach einer Weile.

„Weissu! Fraun sin mir unheimlich. Ich hab manchmal echt Angst vor denen“, lallte der Schönling und Georg wunderte sich über das unerwartete Geständnis.

„Wieso das denn?“

Schnipp-Zing-

„Na ja, sie sin so, so besitzergreifnd“ fuhr er fort und nahm einen großen Schluck.

„Aber doch nicht alle, oder?“

„Neeee, aba viele. Da hassu eine erobert, weissu ich hab viele erobert, im ganzen Land un dann, dann wolln sie plötzlich heiraten und Kinder un so un ein Haus un das Ganze halt, weissu was ich mein?“

-Schnipp-Zing-

„Ja, aber das ist doch nicht so schlimm.“

„Doch, für mich schon. Die wolln mich besitzen, weissu, ganz für sich alleine und das mag ich nich, echt nich. Das engt mich ein, verstehsu?“

-Schnipp-Zing-

-Schnipp-Zing-

„Und dann verlässt du sie, oder? Schmeißt sie weg, wie benutztes Klopapier.“ Georgs Puls schlug höher.

„Nein, dann bring ich sie um!“

Georg rutschte mit dem aufgestützten Ellenbogen vom Thekenrand ab und krachte mit dem Kinn auf die Theke.

„Was?“

„Spaß, Mann. Spaß! Glaubsu ich bringe Frauen um, oder was? Und erzähl es dir dann auch noch? Dann müsste ich dich ja auch umbringen, sosusagen als Mitwisser.“

Georg wurde schlecht. Der Abend nahm einen unerwarteten Verlauf.

„Ne, ich hab `nen Trick, wie sie mir ewig treu bleiben, weissu. Ich mag es nich, wenn sie ein anderer kriegt. Sollen doch mir treu bleiben.“

„So, was denn für einen Trick?“ Georg wusste genau, was jetzt kam.

„Ich sag einfach, dass ich auf ne Geschäftsreise gehe, weissu, und bald wieder da bin un dass sie warten solln und dann schau ich recht treu und geh. Die meisten wartn echt. Irre, oder?“

Georg war sich jetzt sicher. An seiner Seite saß der Mann, der seine Liebste mit eben dieser Methode in den Tod getrieben hatte. Gestorben an gebrochenem Herzen, seine Vanessa, die er doch so liebte und mit der er glücklich war, damals vor fast einem Jahr. Nur einen Kuss hatte er bekommen. Damit war ihre Liebe für immer besiegelt. Das reichte ihm als Beweis.

„Lassuns gehen“, sagte der Schönling und stand auf.

„Bist du sicher?“, antwortete Georg, der nicht genau wusste, wer jetzt hier eigentlich vor wem Angst haben sollte.

Sie zogen Ihre Mäntel an und gingen nach draußen.

Der nasskalte Oktoberwind klatschte in ihre Gesichter. Arm in Arm torkelten Sie den Feldweg hinter der Kneipe entlang.

Nach etwa einem halben Kilometer kamen sie an eine Böschung. Georg sah sich kurz um. Als er niemanden sah, löste er die Umarmung und stieß den Schönling die Böschung hinunter.

„Das war einfacher als gedacht“, murmelte Georg und stieg vorsichtig den Hang hinunter. Er schleifte den regungslosen Körper tiefer in den Wald hinein. Dann zog er den Schönling aus, nahm ein Seil aus seinem Mantel und fesselte ihn an einen Baum. Über seinen Mund klebte er einen Streifen Gaffa-Tape.

Als der Schönling nach ein paar Minuten aufwachte, saß Georg vor ihm auf einem umgeknickten Baum. In der einen Hand hielt er eine qualmende Zigarette, in der anderen ein Messer in dem sich das kalte Licht des Mondes spiegelte. Der Fremde spürte nicht, dass er splitternackt war. In seinen Augen standen Angst und Entsetzen.

„Jetzt ist es also soweit.“ sagte Georg und zog an seiner Zigarette.

„Dein Treiben wird ein Ende finden, heute und hier.“

Der Schönling riss an seinen Fesseln, versuchte sich zu befreien. Ohne Erfolg.

„Du hast mir meine große Liebe genommen, der ich mein Herz geschenkt habe“, fuhr Georg fort, „vor etwa sechs Monaten. Vanessa, erinnerst du dich? Hast sie sitzen lassen bis sie schließlich starb, an gebrochenem Herzen.“

Der Schönling schüttelte wild mit dem Kopf, versuchte zu schreien.

Georg stand auf.

„Jetzt hol ich mir mein Herz zurück.“

Georg hob das Messer und ging langsam auf ihn zu. Ein kleiner Schnitt nur. Der Fremde bäumte sich auf. Blut floss den bleichen, zitternden Körper hinab. Ein kurzes Knacken, dann hielt Georg das dampfende Herz in seinen Händen.

Bodenmaiser Zeitung – Lokalteil
Ritualmord im bayerischen Wald?
Ein Jäger fand am vergangenen Sonntag eine Leiche in einem Wald in der Nähe von Bodenmais. Der etwa 35-jährige Mann war nackt an einen Baum gefesselt. Besonders grausam dabei: dem Toten wurde vermutlich bei lebendigem Leib das Herz herausgeschnitten. Vom Täter fehlt bisher jede Spur. Wie die Polizei mitteilte ergab ein DNA-Test, dass es sich bei dem Opfer um einen seit Jahren gesuchten Frauenmörder handelt.

1 Kommentar daywalker2709 am 12.1.09 09:02, kommentieren

1. Spieltag 2008/2009 in Weilimdorf

Svens Spieltagrückblick

Am vergangenen Samstag zog die 4. Mannschaft zum ersten Mal los, ihr Können unter Beweis zu stellen. Obwohl es für Zuspielerin Bianca in Anlehnung an einen wunderbaren Film „Schlaflos in Weilimdorf“ hieß, begann der Tag verheißungsvoll.

Im Auftaktspiel gegen die Daimler-Recken der SG Stern, die aufgrund einer Doppelbuchung zwar rechtzeitig, aber dennoch wirkungslos Einspruch gegen den Spieltagstermin eingelegt hatten, standen sechs hoch motivierte Sternchen auf dem Feld. Die vehementen Versuche des großen, rothaarigen Jungen, seine albatrossartige Schlagtechnik in Punkte umzuwandeln, landeten ein ums andere Mal in einer Kaimauer namens Sven, der an diesem Tag zu seiner eigenen Überraschung vom Lobbgott zum Blockgott mutierte (zumindest zweimal). Auch der zweite Hauptangreifer, der bevorzugt aus dem Rückraum prügelte, hatte gegen Marian-mit-der-immer-schneller-und-weiter-nach hinten-fliehenden-Stirn keine Chance. Block um Block wandelte sich die menschliche Ausführung der M-Klasse zu einem Smart und unser Marian strahlte zu Recht von einem Haaransatz zum anderen. Laut eigenen Angaben ließ er sich sein Haupthaar nicht von Henry stutzen*, sondern von Anja.

Lange Rede kurzer Sinn: 2:0, gutes Spiel, Pause.

Zweites Spiel. Wie jedes Jahr gab es natürlich auch in diesem zwei Aufsteiger aus der B-Liga. Bei der TSG Tübingen hatte man zuvor vermutet, dass sie all ihre Verbindungen nutzen würden, um mit einer schlag- und schmisskräftigen Truppe den Herausforderungen der A-Liga entgegenzutreten. Der im 6./7. Jahrhundert von den Alemannen besiedelte Ort - im Jahr 1078 erstmals schriftlich erwähnt – erwarb in der Mitte des 12. Jahrhunderts übrigens unter den Pfalzgrafen von Tübingen die Stadtrechte und Horst-Hubert Schneider nähte etwa zu dieser Zeit in einer kleinen Kornkammer neben dem Hölderlinturm aus gegerbtem Wildschweinleder den ersten Volleyball.

Genug Geschichte.

Teilweise spielte Tübingen durchaus mit - mit einem kontinuierlich wachsenden Entsetzen und der damit verbundenen Erkenntnis, dass die Liga kein Zuckerschlecken werden würde. Berkheims unausgesprochenes Saisonziel, sich immer dem gegnerischen Spielniveau anzupassen, ging voll auf. 2:0, aber bitte nicht nach Details fragen. Na gut, eines vielleicht. Mittelmonster Svenne „Bartbartrossa“ Bergmann gab Anlass, einen neuen Spruch zu generieren: Aus dem allseits bekannten und beliebten „Da ist ein Loch, *klatschklatsch*, da passt ein Bus rein“ (Danke Chris!) wird jetzt neu: „Da ist ein Block *klatschklatsch*, da muss ein Loch rein.“ Unser Jungspund wirkte zu dieser Zeit sehr männlich, nicht nur im Gesicht, sondern auch auf dem Feld. Wie gesagt, zu dieser Zeit. Dazu später mehr.

Mahlzeit!

Am Nachmittag lieferten die zweiten Aufsteiger aus Rohr ein ganzes Füllhorn an Steilvorlagen für sarkastische Formulierungen. Beginnen wir mit der einfachsten:

Den Rohrer „Mosquitos“ gelang es den ganzen Tag nicht, ihren Stachel in auch nur einen einzigen Hautfetzen zu stecken *Brüller*. Vermutlich aus Marketinggründen spielten sie, als ob der Hauptsponsor „Gipser König“ für jeden eine Gratisportion Spezialgips, Marke „Ganzkörpersteif“ verschenkte, die die Armen auch noch sofort anwendeten *lachträneausdemaugewisch*. Noch besser: Auch der zweite Sponsor machte seinem Namen leider alle Ehre, denn die hoch motivierten Rohrer verwandelten sich im Laufe des Tages eher in (Sport) Röhrle *muhaaahaaaa*.

Genug gealbert!

Sie konnten einem schon leid tun, denn nach eigenen Aussagen nahmen zwei wichtige Angreifer kurz nach dem Aufstieg ihren Ball, äh, Hut und verließen die Mannschaft. Wir drücken ihnen an dieser Stelle die Daumen, dass sich aus personeller Sicht etwas ändert, denn sonst wird die Saison ein Direktschuss zurück in die B-Liga.

Ach ja, Berkheim gewann 2:0 aber auch hier bitte nicht nachfragen wie.

Etwa zu dieser Zeit wurde dem VFB Stuttgart klar, dass Köln heute irgendwie besser kickt *schniff*, in China fiel wieder einmal ein Sack Reis um, in Lampukistan feierten die Warlords ein rauschendes Friedensfest und Berkheim wollte mal wieder Willy Volley windelweich wumsen.

Im ersten Satz gelang das auch ganz gut. Konzentration und Können, Aufschlag und Annahme, Kombination und Kalkulation, Willen und Wahn, Siegfried und Roy (nimmt mir jetzt endlich mal einer die Tastatur weg?) sorgten für einen Satzgewinn.

Doch dann kam alles anders. Weilimdorf beschloss, den Martinstag ein wenig vorzuziehen und geehrt durch diese Maßnahme entwickelte sich der Hauptangreifer der Willys zur One-Man-Show. Berkheims Bartbartrossa Svenne forcierte, vermutlich bedingt durch einen Überschuss an weiblichen Hormonen, den pirouettenartig eingesprungenen Einhandblock und der zweite Satz war kurze Zeit später nicht nur deshalb futsch. Im entscheidenden dritten Satz wollten Willys Wolleballer Weilimdorf ganz nach oben in die noch frische Tabelle schießen. Lange Zeit führten sie und die Stimmung auf der Berkheimer Feldseite glich einem Gipfeltreffen zwischen chinesischen Polizisten und Tibetbewohnern. Als sich beim Stand von 13:17 Trainer Henrik einwechselte, um seine acht Punkte an diesem Tag zu spielen (es waren eigentlich zehn (Anm.d. Verfassers)), nahm das Wunder seinen Lauf. Berkheim siegte mit 25:23. Langsam aber sicher könnte man den Begriff „Angstgegner“ einführen.

So, ich gehe jetzt wieder zurück in meine Gummiwandzelle und wünsche allen einen schönen November.

*Ach ja, wer sich immer noch fragt, was der Gag mit Marians von Henry gestutzten Haaren denn sollte: Guckst du: http://de.wikipedia.org/wiki/Henry-Rifle.

Euer Sven

1 Kommentar daywalker2709 am 7.11.08 11:48, kommentieren

2. Spieltag 4/2 in Maulbronn

Berkheimer Überflieger wieder gelandet – nur zwei Siege in vier Spielen kosten Tabellenführung

Nach dem grandiosen Start in die A-Liga vor drei Wochen, haben die Berkheimer Volleyballer einen eher mäßig erfolgreichen Doppelspieltag hinter sich. Am vergangenen Sonntag gelang es der Mannschaft nicht im Ansatz, so souverän aufzutreten, wie beim ersten Auftritt in dieser Saison.

Im ersten Spiel gegen den TSV Weilimdorf zeichnete sich bereits ab, was fast für den ganzen Tag Programm werden sollte: einem Rückstand nachlaufen. Erst durch das Auswechseln einer kompletten Angriffsreihe, gelang es den Berkheimern den 0:1 Satzrückstand auszugleichen und die folgenden beiden Sätze mit 25:18 und 25:20 zu gewinnen.

Im Spiel gegen Zaisersweiher, einem vermeintlich schwächeren Gegner, nahm das Trauerspiel jedoch seine Fortsetzung. Obwohl der Ausgleich auch hier gelang, wurde Berkheim im dritten und entscheidenden Satz ein für die Tagesform bezeichnender 0:8 Punkte Rückstand zum Verhängnis. Der Satz ging mit 25:17 an den Gegner und besiegelte die erste Niederlage in dieser Saison. Viele Eigenfehler vor allem in der Annahme verhinderten, dass die Zuspieler ihr an diesem Tag ohnehin schwaches und durchsichtiges Zuspiel verbessern konnten. Zaisersweiher nutzte die Schwäche konsequent aus und führte mit ihrem Dreierblock die Berkheimer regelrecht vor.

Das dritte Spiel des Tages gegen die Mannschaft ‚Gereizt’ aus Stuttgart begann verheißungsvoll. Die Sicherheit kehrte ins Spiel zurück und lange, kraftraubende Ballwechsel gingen zumeist an die Berkheimer. Lohn der Anstrengung: der erste Satz. Der positive Trend war leider nur von kurzer Dauer. Im zweiten Satz wurde eine sichere Führung verschenkt, ‚Gereizt’ fand immer besser ins Spiel und gewann den Durchgang mit 25:22. Der Schock saß weit bis in den dritten Satz hinein und auch ein später Doppelwechsel beim Stand von 6:18 aus Berkheimer Sicht konnte die Niederlage nicht mehr abwenden. Eine Woche zuvor hatte Berkheim die Stuttgarter mit 25:9 nach Hause geschickt, jetzt revanchierte sich ‚Gereizt’ mit einem 25:10.

Das 2:0 gegen Frickenhausen im vierten Spiel war spielerisch zwar deutlich besser, aber der Tabellenletzte hatte nicht wirklich viel entgegenzusetzen. Vor allem im Block lief bei diesem Spiel alles rund und die Frickenhausener Angriffsversuche endeten häufig in den Händen von Mittelblocker Marian Uhlig und Außenangreifer Marcus Gassmann, die an diesem Tag zu den Leistungsträgern der Mannschaft gehörten. Hinzu kam, dass Berkheim in diesem Spiel endlich wieder Mut zu schnellen Bällen bewies und auch das Zuspiel variabel genug war, die Angreifer teilweise blockfrei zu stellen.

Mit 4 Punkten fuhren die Berkheimer eher nachdenklich nach Hause. Der daraus resultierende zweite Tabellenplatz ist zwar nach wie vor eine gute Ausgangsbasis für die Qualifikation zur Württembergischen Meisterschaft, aber das Niveau in der höchsten Liga im Freizeitvolleyball nimmt stetig zu. Ob die Berkheimer erneut den Meistertitel holen können, steht in den Sternen. Vielleicht sollte der Weihnachtsschmaus nicht zu deftig ausfallen und der MP3-Player unter dem Weihnachtsbaum noch schnell gegen Gewichtsmannschetten oder ein Laufband getauscht werden, denn eines steht fest: Ohne Fleiß, kein Preis.

In diesem Sinne wünsche ich allen Berkheimer VolleyballerInnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2008.

Euer Sven

1 Kommentar daywalker2709 am 18.12.07 15:53, kommentieren

1. Spieltag 3/3 in Stuttgart

Schwierige Aufgaben gut gelöst –
Erster Spieltag der 4. Mannschaft bringt sechs Punkte aufs Konto

Im SpOrt Stuttgart fand am vergangenen Sonntag der Auftakt zur diesjährigen Saison der Berkheimer Mixed Volleyballer statt (3 Männer/3 Frauen, 4. Mannschaft). Der Vorjahresmeister hatte bereits zwei Wochen zuvor mit der 4/2-Mannschaft einen grandiosen Start in der A-Liga hingelegt und mit 8:0 Punkten genug Selbstvertrauen getankt, sich den Gegnern zu stellen.

Im ersten Spiel, dem Lokalderby gegen Esslingen, wurden die Berkheimer jedoch schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Der vermeintlich schwache Gegner hatte personell aufgerüstet und brachte die konfus wirkenden Berkheimer ein ums andere Mal in Schwierigkeiten. Konsequenz im Duell gegen den Angstgegner war der Verlust des ersten Satzes. Doch wie so oft, besannen sich die Spieler und kamen im zweiten Satz über Kampf und gutes Kombinationsspiel zurück ins Spiel. Esslingen gelang es nicht, das Blatt wieder zu wenden und Berkheim gewann die beiden folgenden Sätze souverän.

Das zweite Spiel gegen die Mannschaft ‚Gereizt’ aus Stuttgart war zunächst sehr ausgeglichen. Im Vorjahr konnten die Berkheimer die Begegnung zwei Mal für sich entscheiden und vermutlich war es dieser Umstand, der für unnötige Fehler und Konzentrationsschwächen sorgte. Auch in diesem Spiel ging der erste Satz knapp an den Gegner. Der Titelverteidiger musste wieder einen Rückstand aufholen. Der ebenfalls ausgeglichene zweite Satz wurde kurz vor Ende durch eine taktische Auswechslung zur Verstärkung des Blocks, mit 25:22 Punkten gewonnen. ‚Gereizt’ machte seinem Namen alle Ehre und war bis weit in den dritten Satz sichtlich verärgert über den Satzverlust. Die abgeklärten Berkheimer nutzen diese Chance und fegten den Gegner mit 25:9 Punkten vom Feld.

Am Nachmittag ging es gegen den Aufsteiger aus Reutlingen. Die Vermutung, dass dies ein leichtes Spiel werden würde, verpuffte jedoch schon nach kurzer Zeit. Reutlingen zeigte hochklassiges Volleyball und unterstrich mit kraftvollem Angriffsspiel und souveräner Abwehrleistung den berechtigten Aufstieg in die A-Klasse. Der erste Satz war lange Zeit umkämpft und ging mit 30:28 knapp an Berkheim. Ein Wadenkrampf und einige unglücklich endende Spielzüge waren die Hauptursache für den ebenfalls knappen Verlust des zweiten Satzes aus Berkheimer Sicht. Nicht zuletzt dank eines überragenden Sven Herbert Bergmann, der mit seinem druckvollen und variablen Angriffs- und Blockspiel den Gegner ein ums andere Mal dominieren konnte, spielte die Mannschaft um Trainer Henrik Obst den bis dato besten Satz der Saison. Belohnt wurde diese Leistung durch den Satz- und damit Spielgewinn.

Das abschließende vierte Spiel gegen den TSV Hausen bewies zwei Dinge: Zum einen, dass das Niveau in dieser Liga kontinuierlich zunimmt und zum anderen, dass irgendwann jeder noch so große Kampfgeist ein Opfer der Kondition wird. Das Kräfte raubende Spiel gegen Reutlingen forderte seinen Tribut. Hausen, mit einem Spiel weniger im Kreuz spielte frisch und druckvoll auf und konnte vor allem in der Abwehr und im Block viele Duelle für sich entscheiden. Berkheim wehrte sich zwar tapfer, aber Hausen gewann trotzdem beide Sätze. Ein kleiner Trost: Im Aufeinandertreffen von Hausen und Reutlingen gewannen letztere und somit gibt es ein Viergestirn an der Tabellenspitze mit je 6:2 Punkten, da auch ‚Gereizt’ die beiden Nachmittagsspiele für sich entscheiden konnte.

 

Man darf gespannt sein, wie die weitere Saison verläuft.

1 Kommentar daywalker2709 am 12.12.07 16:15, kommentieren